„Schweben, Kreisen und Gleiten über unendliche Weiten...“

-  Segelfliegen -

Lautloser Sport unter den Wolken, viel billiger als viele glauben, leicht zu lernen
und einfach schön!


Segelfliegen nimmt unter den verschiedenen Sportarten insofern eine Sonderstellung ein, als es wie wohl keine andere den ganzen Menschen beansprucht, Körper, Geist und Gemüt. Wer im Segelflugsport nur eine vergnügliche Wochenendbeschäftigung suchen wollte, müßte sich bald belehren lassen, dass er einer groben Fehleinschätzung unterliegt. Wohl ist Fliegen ein einzig- artiges Vergnügen, das den, der es rechtzeitig auszukosten vermag, seiner Lebtag nicht mehr losläßt. Aber dieses Vergnügen läßt sich weder mit blanker Münze einkaufen, noch durch einfaches Training erwerben.

Im Flugzeug lernt der Segelflieger, dass er über eine rasche Auffassungsgabe verfügen muss, um den oft blitzschnell wechselnden Anforderungen gerecht zu werden. Gute charakterliche Eigenschaften, kritische Selbstbeobachtung und Urteilsfähigkeit sind unerlässlich.

Segelfliegen erfordert einen hohen Einsatz, viele Opfer an Zeit und Leistung. Wer Segelflieger werden will, muss lernen, viel lernen. Die theoretische Ausbildung umfasst Themen wie Flugzeugkunde, Bordgerätekunde, Aerodynamik, Wetterkunde, Navigation, Funksprech- verkehr und Luftrecht. Das alles wird gelehrt und auch geprüft. Bei der praktischen Ausbildung werden die theoretischen Kenntnisse angewendet. Der angehende Pilot wird nicht nur bis zu seinem ersten Alleinflug betreut, sondern auch später immer wieder mit den Gefahren, aber auch mit den Schönheiten des Fliegens vertraut gemacht.

Doch nicht nur geistige Voraussetzungen müssen gegeben sein; auch die körperlichen Anforderungen gilt es zu meistern. Zu Beginn eines Flugtages werden die Flugzeuge aus der Halle geräumt oder vom Transportanhänger abgeladen und aufgerüstet. Während des ganzen Tages werden die Flugzeuge von Hand vom Landefeld zur Startstelle geschoben. Oft mehrere Kilometer Fußmarsch an einem einzigen Tag. Weil diese körperlichen Belastungen in frischer Luft und Sonne auftreten, ist Segelfliegen auch ein sehr gesunder Sport. Aus gutem Grund verlangt der Gesetzgeber dennoch, dass jeder Pilot seine Fitness alle zwei Jahre bei einer ärztlichen Flugtauglichkeitsuntersuchung unter Beweis stellt.

In der Werkstatt kommt der Segelflieger vor allem mit handwerklicher Arbeit in Berührung. Er lernt, dass ein Flugzeug sorgfältig gewartet und repariert werden  muss, um den hohen Ansprüchen an Flugsicherheit zu genügen. Er lernt den Umgang mit dem Material und dessen zweckmäßigen Einsatz und lernt, an sich selbst zu arbeiten, sich als Glied einer Kette zu fühlen, sich in die Gemeinschaft zu fügen, sich und seine Fähigkeiten richtig einzuschätzen, bescheiden, rücksichtsvoll und hilfsbereit zu sein; einen Anschiss nicht krumm zu nehmen, schnell und trotzdem überlegt zu handeln und noch viel Anderes.


Segelfliegen ist nur in einer Gemeinschaft möglich. Einzelgänger sind nicht gefragt. Viele Hände müssen helfen, damit jeder mal an die Reihe kommt. Wer für eine Stunde auf dem Flugplatzgelände auftaucht, um „mal eben“ zu fliegen, ist fehl am Platz.

Vor dem Vergnügen steht bei den Segelfliegern wirklich der Schweiß. Vielleicht ist deshalb das Häuflein so klein, gemessen an der Mitgliederzahl anderer Organisationen.

Fliegen vermittelt ein unbeschreibliches Gefühl des Befreitseins und des Glücks. Stolz auf die eigene Leistung, das Wissen um eine ihn tragende verlässliche Gemeinschaft, verbunden mit einer von Menschen geschaffenen Technik, ohne Übermut, sondern stets in dem Bewusstsein, was Unaufmerksamkeit oder gar Leichtsinn dem Piloten selbst und seinen Kameraden bringen kann.

Warten auf den Start. Segelflugzeuge auf dem Riedlinger Fluggelände.

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